Das deutsch-amerikanische Mediationsprojekt
Die Zusammenarbeit zwischen deutschen und amerikanischen Experten beruht auf einer Initiative der früheren Staatschefs Schröder und Clinton im Sommer 2000. Diese haben eine deutsch-amerikanische Expertengruppe zur Klärung problematischer binationaler Sorgerechts- und Umgangsfälle ins Leben gerufen, die sich seither zweimal jährlich trifft bzw. Videokonferenzen abhält. Ziel dieser Gespräche, an denen Ministeriumsvertreter und Verantwortliche der Zentralen Behörden teilnehmen, ist es, das gegenseitige Verständnis für die Auslegung und Anwendung der Bestimmungen des HKÜ zu fördern, anstehende Verfahren zu beschleunigen und problematische und schwierige Umgangs- und Sorgerechtsfälle zu besprechen und zu lösen.
Seit 2004 haben Vertreterinnen und Vertreter der Konsularabteilungen der US Botschaft aus Berlin sowie den US Konsulaten Frankfurt und München immer wieder an Informationsveranstaltungen und Weiterbildungen für Mitarbeiter ausländischer Vertretungen zum Thema „Mediation bei internationalen Kindschaftskonflikten“ teilgenommen, so dass eine gute Vernetzung und Zusammenarbeit besteht.
Das deutsch-amerikanische Mediationsprojekt wurde vom Office of Children´s Issues beim State Department und vom National Center for Missing & Exploited Children in den USA sowie dem Bundesministerium der Justiz und der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM) von deutscher Seite aus entwickelt. Das erste Treffen einer Mediations-Expertengruppe fand im Februar 2006 in Berlin statt. Im Oktober 2006 führte die BAFM eine zweitägige Fortbildung für in Deutschland lebende amerikanische und deutsche Mediatoren durch. Themen waren unter anderem juristische Rahmenbedingungen, interkulturelle Voraussetzungen, unterschiedliche Mediationsstile in den USA und Deutschland, spezielles Werkzeug sowie wichtige Aspekte der Vorbereitung anhand reeller Fälle.
Im Anschluss an diese Fortbildung wurde ein deutsch-amerikanisches Mediatorennetzwerk aufgebaut und dessen Mitglieder auf der Homepage der BAFM veröffentlicht. Seit der Gründung von MiKK e.V. im Sommer 2008 ging das Projekt in die Hände von MiKK e.V. über. Mediatoren, die bei deutsch-amerikanischen Kindschaftskonflikten mediieren finden Sie hier.
Einblick in die Besonderheiten der Praxis deutsch-amerikanischer Mediation erhalten Sie durch die Lektüre folgender Artikel:
Carl, E., Paul, C.C. & Walker, J. (2009). Das deutsch-amerikanische Mediationsprojekt. In: C.C. Paul & S. Kiesewetter (Hrsg.) Mediation bei internationalen Kindschaftskonflikten. München: Beck, 147-160
Paul, C.C. & Walker, J. (2009). An International Mediation: From Child Abduction to Property Distribution. In: American Journal of Family Law 3/2009, S. 167-173 PDF-Datei, 2,37 MB
Paul, C.C. & Walker, J. (2008). Family Mediation in International Child Custody Conflicts: The Role of the Consulting Attorneys. In: American Journal of Family Law 1/2008, 42-45 PDF-Datei, 1,8 MB
Paul, C.C. & Walker, J. (2008). Den Kuchen vergrößern – Von der Kindesentführung zur Verteilung des ehelichen Vermögens. In: ZKM 6/2008, 185-189
Walker, J. (2008). Herausforderungen bei der Mediation binationaler Kindschaftskonflikte. In: G. Mehta & K. Rückert (Hg.). Mediation. Instrument der Konfliktregelung und Dienstleistung. Wien: Falter Verlag, 190-196, ISBN 978-3-85439-399-3
Paul, C.C. & Walker, J. (2007). Familienmediation in internationalen Kindschaftskonflikten. In: Spektrum der Mediation 1/2007, 44-47 PDF-Datei, 100 KB
Paul, C.C. & Walker, J. (2007). A Case for Mediation: Family Mediation in International Child Custody Conflicts. In: World Arbitration and Mediation Review, Volume I, Issue 4, 589-594
Walker, J. (2007). Das Thema „Elterliche Sorge” im deutsch-amerikanischen Kontext. In ZKM, 8/2007, 126-127
Sievers, B. & Benisch, S. (2005). Mediation in grenzüberschreitenden Sorge- und Umgangskonflikten – Probleme und Perspektiven. In: Kind-Prax 4/2005, 126-132 PDF-Datei, 128 KB
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